Das Feuer der Taiga in Wiesensteig

 

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Freundschaftssingen
am 24.05.2014

Gottesdienst

Conradin-Kreutzer-Tafel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                         

           

 

           

Zu einem fulminanten Musikerlebnis geriet das Festkonzert des Wiesensteiger Männerchores - dank einer tollen Liedauswahl, vor allem jedoch dank grandioser Instrumentalisten und Solisten.

Beim Festkonzert zum 150-jährigen Bestehen der Concordia Wiesensteig trat der Männerchor mit den Solisten Markus Sontheimer (Tenor), Christiane Gagelmann (Violine) und Renate Menzel (Klavier) auf. 

"Klänge der Freude" waren am Samstagabend im Saal des Wiesensteiger Residenzschlosses zu hören. Der Männergesangverein Concordia Wiesensteig ist 150 Jahre alt geworden und feierte dieses Jubiläum nach zahlreichen kleineren Veranstaltungen mit einem Festkonzert vor 250 Besuchern.

"Klänge der Freude" lautete außerdem der Titel des ersten Lieds an diesem Abend. Wie viel Temperament und gute Laune der Rest der Veranstaltung - nach der etwas langen Rede- und Ehrungsrunde - noch auf die Bühne bringen sollte, ahnte da noch niemand.

Heidemarie Güller hatte ihre Mannen auf den Punkt gedrillt. Sie überzeugten mit fröhlichen Volksliedern im ersten Teil. Sie wurden dann aber getoppt vom 16-köpfigen Frauenchor "anima musica" aus Neidlingen, der mit spürbarer Freude den Bogen schlug von Johannes Brahms bis Hubert von Goisern und sich damit viel Beifall verdiente. "Zum Glück leben wir nicht mehr 1864 und Frauen dürfen auch singen", lobte denn auch der langjährige Concordia-Vorsitzende Volker Rapp.

Dass jedoch für die Concordia musikalisch noch viel mehr drin ist - vor allem wegen der musikalischen "Beziehungen" von Heidemarie Güller - zeigte der zweite Teil des Abends. Die Chorleiterin hatte kurzerhand ihre Tochter, die Violinistin Christiane Gagelmann, und ihren Schwiegersohn Markus Sontheimer als Tenor-Solist sowie - am Klavier - Renate Menzel verpflichtet. Die beiden Instrumentalistinnen brachten das Temperament der Zigeuner auf die Bühne in Wiesensteig. Ihr "Csardas" löste Begeisterungsstürme aus und die Version mit dem Männerchor stand dem in nichts nach. Auch die Stimme des Solisten zusammen mit dem Refrain des Chores und umrahmt von Klavier und Geige sorgte für ein Gänsehautgefühl. Die Auswahl der emotionalen osteuropäischen Musik brachte Füße zum Zucken und Finger zum Tippen. Tosender Applaus am Ende war der Lohn für diese fulminante Leistung.

Landrat: Gesangvereine sind wichtig für örtliche Gemeinschaft

Zu Beginn des Abends hatte Volker Rapp die Gäste begrüßt und darauf hingewiesen, dass die "Freude am Singen in der Gemeinschaft heute noch so groß ist wie bei der Gründung vor 150 Jahren". "Was wäre eine örtliche Gemeinschaft ohne Gesangvereine?", fragte Landrat Edgar Wolff in seinem Grußwort rhetorisch und bezeichnete das gemeinsame Singen als eine wichtige kulturelle Aufgabe. Bürgermeister Gebhard Tritschler betrachtete es als eine "Ehre und Freude, Ihnen zu diesem Jubiläum zu gratulieren". Wie lange 150 Jahre schon her sind, machte er mit dem Beispiel anschaulich, dass die elektrische Glühbirne erst 15 Jahre später erfunden wurde "Sie haben den Wiesensteiger Bürgern schon viele schöne Stunden bereitet", bedankte er sich bei der Concordia.

Die Festrede hielt Helmut Wörz, der geschäftsführende Vorsitzende des Chorverbandes Hohenstaufen. "Die Concordia in Wiesensteig gehört zu den ältesten Vereinen im Ort", erklärte er. Mit ihren 37 aktiven Sängern stelle sie den größten Männerchor im Chorverband dar. Er ging auf die Historie des Chores ein und streifte das bei allen traditionellen Chören bestehende Problem der Überalterung und der Nachwuchssorgen. Besonders bedankte sich Wörz beim Vorstand des Chores sowie bei Chorleiterin Güller, die "nichts dem Zufall überlässt und sich seit über 22 Jahren bereits für den Wiesensteiger Männerchor engagiert". "Was wären Feiern ohne Musik?" zitierte er eine Frage Friedrich Nietzsches, um auch gleich die Antwort zu geben: "Ein Irrtum".
 

Info Im Rahmen des Festkonzerts gab es zahlreiche Ehrungen für 25 und 50 Jahre passive Mitgliedschaft, sowie für 25, 30, 40 und sogar 60 Jahre aktive Mitgliedschaft. Bereits seit 60 Jahren ist der 84-jährige Wiesensteiger Ernst Kaiser Sänger im Männerchor. Er erhielt von Helmut Wörz dafür eine Ehrenurkunde des Deutschen Chorverbands und die goldene Ehrennadel.

Bericht: CLAUDIA BURST | 28.10.2014

Fotos: Georg Ries